Interview bei Radio Bremen TV

Atme -  Interview bei Radio Bremen TV - Magazin "Buten und Binnen" am12.10.2011Zu sehen beim - TV-Magazin - Buten und Binnen am 12.10.2011
Atme: ein Film-Drama - Interview bei Radio Bremen TV

Der ambitionierte Film eines jungen Teams aus Berlin wird heute in der Schaubung gezeigt. Es geht um eine Frau, deren Kind plötzlich stirbt und die keinen Mut mehr zum Leben hat. Die Hauptdarstellerin, Autorin und Produzentin des Low-Bugdet-Films hat selbst mal hinter der Theke im Schauburg-Café gearbeitet, bevor sie nach New York ging.
Atme: ein Film-Drama - Interview bei Radio Bremen TV

 

A... wie Atme

Veröffendlicht in "Zitty - Berlin" von 07.04.2011
Zitat aus "Achtung Berlin: Achtung, A-Festival!".

... A wie Atme. Hinter diesem an einen Esoterikratgeber erinnernden Titel steckt ein überaus ruhiges, sensibles Drama von Magoscha Siwinska und Nicki Durand. Ein Einsiedler findet im finnischen Schnee eine junge Frau und rettet sie vor dem Erfrieren. In Rückblenden erfahren wir dann von der zerstörerischen Beziehung zwischen Nick und Johanna, zwei Menschen, die einfach nicht zusammenpassen. Die Regisseure wechseln gekonnt zwischen wortloser Zweisamkeit im Schnee und turbulentem Beziehungscrash im hippen Berlin ...

 

"Die Mutigen"

Veröffendlicht in "Die Rheinpfalz" von Andrea Dittgen am 02.11.2010
Zitate aus "die Mutigen", und "ohne die Kinder wäre nichts passiert"

44. Hofer Filmtage… „Atme“ heißt der 83-minütige Spielfilm in Cinemascope, der drei Aufführungen bei den internationalen Hofer Filmtagen erlebte, denn Deutschlands dienstältester Festivalgründer- und Leiter Heinz Badewitz (69) hat seit 44 Jahren ein Gespür für Talente und ungewöhnliche Filme wie kein zweiter...“

… „eine ungewöhnliche Beziehungsgeschichte. Sie lebt in der Spannung zweier Welten: die eine ist in Finnland angesiedelt, wo ein älterer Mann in der Einöde eine halberfrorene Frau findet, die in seiner Hütte langsam auftaut. Gesprochen wird nicht. Dazu wird parallel in Rückblenden, die relativ wortreiche Beziehung der jungen Frau mit ihrem Freund erzählt. Diese führt, trotz Differenzen, zu gemeinsamen Leben mit Baby, das jedoch stirbt. Man wartet auf eine Verbindung, die alles erklärt und dann glücklicherweise doch nicht kommt- daraus bezieht diese Kammerspielartige Paargeschichte ihren Reiz. Auch die Landschaftsaufnahmen in Finnland sind beeindruckend...“

„ ... Sie drehen einen langen Spielfilm für nur 17 000 Euro, in Deutschland und in Finnland. Ohne jede Erfahrung, einfach so. Sie landen damit beim wichtigsten Festival für deutsche Filme. Der Regisseur Nicki Durand und seine Co-Regisseurin Magoscha Siwinska fanden über ihre Kinder zusammen, so wie fast alle, die an „Atme“ beteiligt sind...“

„... Es war eine große Herausforderung“ sagt einer der beiden Regisseure Nicki Durand, vor allem wegen der Konstellation, dass die Autorin auch noch gespielt und produziert hat.“

 

ATME - Filmkunst aus Berlin

Veröffendlicht im "Haupstadt Blog"  von Sebastian in am 17. Oktober 2010, 22:37

Eine weite, weiße Schneelandschaft. Aus der Ferne nähert sich mit langsamen Schritten ein Mann. Im Vordergrund liegt etwas Undefiniertes. Unwillkürlich kommen mir ‘Fargo’ oder Fräulein ‘Smillas Gespür von Schnee’ in den Sinn. Gleich die erste Szene des Films ATME gibt sich ambitioniert, zeigt, dass die Macher sich etwas vorgenommen haben.

ATME-Szene_in_FinnlandDie Macher, das ist ein Team von in Berlin lebenden und arbeitenden Schauspieler, Produzenten und Kameraleuten in Zusammenarbeit mit finnischen Kollegen. Herzblut, ein wenig eigenes Geld und die Kunst ein Projekt ohne Förderung zu realisieren; das ist Berlin.

Zurück zum Film. Das Objekt im Schnee ist eine leblose Frau, die der langhaarige Kerl auf seine Schultern wuchtet und in seine Hütte am Waldrand in der finnischen Einsamkeit bringt.

Die von der Hauptdarstellerin Christine Heimannsberg* gespielte Frau verbringt die nächsten Tage damit sehr langsam aus ihrer offensichtlichen (Lebens-)Starre zu erwachen; wortlos umsorgt vom Einsiedler.

ATME-Langsames_ErwachenDurch Rückblenden wird der Zuschauer in die zweite Handlungsebene nach Berlin geführt. Johanna lernt den in einer Bar kellnernden Nick kennen. Nach der ersten geteilten Nacht folgen weitere bis zum gemeinsamen Haushalt. Es entwickelt sich ein konfliktbeladenes Verhältnis, das beim Zusehen schmerzt. Nick interessiert sich mehr für Drogen und andere Frauen als für die Vertiefung seiner Beziehung zu Johanna, die von dem fragilen Gebilde jedoch nicht loskommt.


Die Wechsel zwischen der Katharsis in der norwegischen Stille und dem auf einen dramatischen Höhepunkt hinauslaufende großstädtischen Spielort klappen gut. Wortfreies Verständnis auf der einen und wortwechselndes Unverständnis auf der anderen Seite. Der Plot trägt bis Schluss, denn man will wissen, was Johanna durchlebt hat und wie sie wieder rauskommt.

Manchmal hätte man sich für die Berliner Szenen noch einiges mehr an Tempo und weniger reduzierte Kulissen gewünscht. Auch die Dialoge zwischen Johanna und Nick erscheinen zu sehr zurückgenommen.

ATME-Szene_in_BerlinUmso überzeugender ist der Film fotografiert, keine einzige Einstellung ist hingeschludert. Man hat sich Zeit gelassen und der Film nimmt sich Zeit. Die wohlgesetzte Symbolik in den einzelnen Szenen dient der Handlung. Besonders gelungen ist Johannas versinnbildlichte Eroberung ihrer Umgebung rund um die finnische Hütte.

ATME ist ein sehenswerter Film, der zeigt, was die beteiligten Personen auf dem und damit auch im Kasten haben. Ich wünsche der Crew deshalb viel Erfolg bei den Hofer Filmtagen 2010, wo das Werk am 27. Oktober einem breiteren Publikum gezeigt wird. Und wenn sich ein Verleih findet, könnten sich noch mehr Menschen ein eigenes Urteil bilden.

*Die Hauptdarstellerin ist dem Autor persönlich bekannt.